Ursache

Diffuser Haarausfall

Es fällt überall gleichmäßig aus — in der Bürste, im Abfluss, auf dem Kissen. Kein breiter Scheitel, keine kahle Stelle, einfach überall weniger. Das ist die Form, bei der am häufigsten etwas dahintersteckt, das sich finden und behandeln lässt. Und sie hört meist wieder auf.

Wie viele Haare am Tag sind normal?

Bis zu 100 Haare täglich sind normal.[1] Bei einem gesunden Erwachsenen sind es etwa 70 bis 100 am Tag.[2]

Der Grund: Die rund 100.000 Kopfhaare wachsen unabhängig voneinander in Zyklen — erst mehrere Jahre Wachstum, dann eine kurze Übergangsphase, dann zwei bis vier Monate Ruhe, dann fällt das Haar aus und ein neues beginnt.[1] Normalerweise ist das gut verteilt, und man merkt nichts davon.

Was ist diffuser Haarausfall?

Wenn viele Haare gleichzeitig in die Ruhephase gehen, fallen sie auch gleichzeitig aus — gleichmäßig über den ganzen Kopf, ohne Muster. Fachleute nennen verstärkten täglichen Haarverlust Effluvium, eine sichtbare Haarlosigkeit dagegen Alopezie.[1]

Der Auslöser liegt in der Vergangenheit

Das ist der Satz, der am meisten erklärt: Gehen viele Haarwurzeln gleichzeitig in die Ruhephase, zeigt sich das erst zwei bis vier Monate später als spürbar stärkerer Haarausfall.[1]Wer heute Haare verliert, sucht die Ursache also im Heute — und findet nichts. Denk stattdessen an das, was vor einem Vierteljahr war.

Woran kann es liegen?

Verstärkter Haarausfall kann unter anderem zurückgehen auf eineSchilddrüsenfehlfunktion, Eisenmangel,Nebenwirkungen von Medikamenten oder eine Infektion. Nach einer Geburt ist er sogar der normale Verlauf — das Effluvium nach der Geburt tritt zwei bis vier Monate danach auf und gehört zum Körper, nicht zur Krankheit.[1] Auch Hormone und die Jahreszeit spielen mit.[1]

Zu den Medikamenten noch ein beruhigender Hinweis: In fast jedem Beipackzettel ist „Haarausfall" aufgeführt — „doch nur wenige Medikamente sind diesbezüglich wirklich relevant".[1] Setz deshalb nichts von dir aus ab, sondern sprich es an.

Was abgeklärt werden sollte

Bei unklarem diffusem Haarausfall wird im Labor vor allem nach drei Dingen gesucht: Eisenmangel (Ferritin), einerSchilddrüsenfehlfunktion (TSH, T3, T4) und einer Infektion.[1]

Diese Werte kannst du in der Praxis ausdrücklich ansprechen — das ist keine Selbstbehandlung, sondern eine Frage, die dort hingehört.Anlaufstellen findest du hier.

Wie lange dauert das?

Solange der Auslöser weg ist, kommt das Haar zurück — aber es braucht Zeit. Haar wächst etwa einen Zentimeter im Monat.[2]Bis die neue Länge wieder nach Fülle aussieht, gehen also Monate ins Land, nicht Wochen.

Genau diese Monate sind der Grund, warum viele in dieser Zeit zumHaartopper oder zuExtensions greifen — nicht als Ersatz, sondern als Überbrückung, bis das eigene Haar nachgekommen ist.Was wofür passt, steht im Vergleich.

Zahlt die Krankenkasse?

Für eine Perücke gilt: „Bei leichtem, diffusem Haarausfall besteht keine Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenversicherung."[3] Bei einem vorübergehenden, abermassiven Haarverlust mit entstellender Wirkung kann es anders aussehen — das hängt am Ausmaß und an der Ursache.[3]Wie die Kassen das regeln, steht im Einzelnen.

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